Es ist geschafft! Die bisher anspruchsvollste Hürde im Verfahren ist genommen. Wir haben den richtigen Punkt erwischt und hui, kraftvoll und anmutig zogen wir im perfekten Bogen über die Hürde hinweg!

Von wegen … Es war ein Kampf und manchmal auch ein Krampf, mit den formalen und inhaltlichen Anforderungen in der zweiten Verfahrensstufe klarzukommen.

Für Menschen, die sich nicht seit Jahren in der Bau- und Ausschreibungsbranche bewegen, ging es in dieser Phase des Verfahrens zunächst einmal ums Dechiffrieren der Unterlagen, ums Übersetzen und Verstehen. Mit Schwarmverstand, gutem Willen und fachkundiger Beratung ist uns dies gelungen. So manche Erkenntnis hätten wir uns in diesem Prozess gerne erspart. Zu oft zeigten sich im Detail – wie im Großen und Ganzen auch – die Grundwidersprüche des Verfahrens. Mit ihnen galt es einen konstruktiven Umgang zu finden. Oder hinzuschmeißen, so wie es manche Mitbewerber*innen gut begründet getan haben.

Bei allen Widrigkeiten hat sich in unserem Fall jedoch eine positive Dynamik durchgesetzt. Wir vermuten, dass die BIM (Berliner Immobilienmanagement GmbH) eine ausgeklügelte Strategie verfolgt und ihre Verfahren in einer Weise anlegt, die bei den Bewerber*innen eine besondere Gruppendynamik hervorrufen soll. In unserem Fall war die BIM sehr erfolgreich –  das gemeinsame Ringen mit der schwierigen Aufgabe war ein gutes Teambuilding und führte bei uns zu der Haltung:  „Jetzt erst recht!“

Wir haben uns unter Druck besser kennen und schätzen gelernt und ein Konzept entwickelt, das uns trotz diverser Kompromisse überzeugt und von dem wir uns wünschen, dass es Wirklichkeit wird.  Unser tolles Haus mit seinem sozialen Ansatz, dem Teilen von Gemeinschaftsfläche, den guten und sinnvollen Ideen für das Erdgeschoss und für den Kiez rund ums Südkreuz darf nicht ein bloßer Traum bleiben.

In der Nacht vor Konzeptabgabe liefen die Drucker heiß

Einen wesentlichen Anteil am Ergebnis und dem konstruktiven Verlauf der Konzeptentwicklung hatte unser Architekt*innenteam. Ihnen ist ein überaus innovativer und ökonomischer Bauentwurf gelungen, der unseren Bedürfnissen, Wünschen und Möglichkeiten stark entspricht.

Im Spannungsfeld zwischen sozialem Anspruch, Nachhaltigkeit und Kostendruck haben wir gemeinsam Lösungen entwickelt, die weit mehr als faule Kompromisse sind. Dennoch: Der immense Kostendruck, der durch das Vertragswerk und die Anforderungen der BIM gegeben ist, lässt sich bei noch so viel Kreativität und Findigkeit kaum abmildern. Dieses Problem besteht fort.

Nichtsdestotrotz freuen wir uns über die vereinbarten Kooperationen mit verschiedenen Trägern und Organisationen. Nicht nur für Mieter*innen stellen die zunehmende Raumnot und die steigenden Mieten in Berlin ein großes Problem dar. Auch soziale und kulturelle Projekte und Einrichtungen sind betroffen.

Mit diesen Kooperationen stellen wir uns gegen Konkurrenz und aufziehende Verteilungskämpfe. Unser Motto „Diversität & Solidarität = Linsenität“ schließt nicht nur die zukünftigen Bewohner*innen ein, sondern potenziell alle in Kiez und Stadt. Auch wir freuen uns über solidarischen Zuspruch. Dazu braucht es neben finanzieller Unterstützung die Bereitschaft vonseiten der Politik und der BIM, Kompromisse zu machen und ein gutes Konzept, das zeigt, wohin es in Berlin stadtpolitisch gehen könnte, nicht an starren Vorgaben scheitern zu lassen. Lasst uns unseren Linsentraum verwirklichen!

 

fh

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